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1. Eintrag: Wilkommen

Willkommen auf meinem sehr leeren Blog. Schaut euch ruhig um, zu sehen gibt es nicht viel. Willkommen in meinem Leben, willkommen in der untersten Ebene des Kastenlebens, willkommen, hier unten lebt es sich eindeutig am ungeniertesten. Nennt mich Nadja, wenn ihr euch die Mühe machen wollt, mir einen Namen zu geben, aber ich habe viele Namen und auch dieser ist kein besonderer, kein wichtiger, vergänglich und vergesslich. Willkommen. Wer ich bin? Da draußen in der Welt Studentin, Singel und verwöhntes Gör. So normal, so unaufregend und so auswechselbar. Eine von Millionen, unauffällig, schlicht und normal. Und sonst so? Escortgirl, Callgirl, Prostituierte, Bordsteinschwalbe, Bettgefährtin, Nutte. Namen gibt es viele, sucht euch einen aus oder nennt mich eben Nadja. Wieso ich diesen Blog schreibe? Weil ich mein Leben, so wie es ist, ein abschreckendes Model für alle anderen sein soll und gleichzeitig jeder, der mich versteht, sehen soll, dass es im Leben schlimmeres gibt, als sich durch die Betten ältere Männer zu schlafen. Willkommen, ja hier unten ist man ehrlich. Obwohl meine erste Geschichte um einen Jungen handelt, der eben nicht in mein Beuteschema passt. 87 Jahrgang, damit maximal zwei Jahre älter als ich. Ich war sein erstes Callgirl, das erste Mädchen dieser Art. Schüchtern, sehnte sich nach körperliche Nähe, ich bin mir sicher, der Sex war nur eine nebenbei Geschichte, wenn schon da, warum nicht. Groß, nicht sonderlich hübsch, strahlte Einsamkeit und Verlorenheit aus, aber nett, und was anderes sucht man schließlich nicht als Mädchen meines Berufes. Nett sollte er sein, freundlich, zuvorkommend. Das Aussehen zweitrangig. Er hatte mich eingeladen auf ein Yamato Konzert zu gehen, mein Fahrticket, Restaurantkosten und sonstige Ausgaben übernahm natürlich er und dazu noch 80 Euro für mich. Für die Zeit, die ich dort Verbrachte wirklich zu wenig, aber ein Yamato Konzert, dass reizt natürlich und dafür noch Geld zu bekommen, es ist okay. Das Konzert war schön, das Essen okay. Ich war Alleinunterhalterin, daran ist man ja gewohnt, er schweigt ich rede, erzähle fiktive Pointen meines Lebens, erzähle was er hören will, während ich in meinem Essen herumstochere und lächele. Komisch war es, mich in ein Restaurant mit zu nehmen, wo er bekannt ist wie ein bunter Hund, mich vorzustellen und mich den unwissenden Blicken auszusetzen. Man sah es in ihren Blicken: “Schau mal, M. hat ein Mädchen zum Date, findet er jetzt eine Freundin? Hübsch ist sie ja.” Lächelnd nahm ich Essen und Trinken entgegen. Lächelnd hielt ich ihren Blicken stand, während ich ihnen am liebsten gesagt hätte: “Packt eure Hoffnung ein, ich bin bei weitem nicht das, was ihr denkt.” Aber Diskretion, heißt es, ruhe, tue so, als wärst du wirklich nur als das nette Mädchen von neben an hier, während du so tust als würde dich dein Gegenüber wirklich interessieren, flirte und lächle. Genau genommen kannte ich seinen Namen nicht. Nur seinen Nick. Er machte sich nicht die Mühe seinen Namen mir zu nennen und ich mir nicht die Mühe nach ihm zu fragen. M. So wird er in meiner Erinnerung bleiben, wobei das Konzert wohl mehr, wie der Junge. Er erzählte von seinem starken Übergewicht, dass er 70kg abgenommen hatte, dass er mobbing ertragen hatte und dass er Familienprobleme hat und ich hörte zu, während ich immer weiter lächelte. Dann fuhren wir zu ihm. Wir redeten, er himmelte mich an, viel auf mein fiktives Nadja rein und fragte mich aus, gab mir Komplimente ich nahm sie dankend hin. Der Tag verflog und es wurde spät. Ich blieb übernacht, die Zeit hätte nicht für mehr gereicht und ich muss gestehen, ich war müde, wollte schlafen und ich wusste, er würde sich ohne meine Einwilligung sowieso nichts trauen. Schüchtern deutete er drauf hin, dass er gerne mit mir schlafen wollte, ich nahm es zu Kenntnis, küsste ihn, biss in seinen Hals, spielte mit ihm, blies ihn einen während er sagte, wie wunderschön ich bin, wie toll, wie atemberaubend und ich schwieg, müde von den Komplimenten. Danach schliefen wir miteinander. Ich höre immer wieder davon, dass Frauen es machen, die Spaß dran haben Sex zu haben, ich glaube nicht dran. Ich glaube, dass alles andere Spaß macht, aber nicht Sex. Wieso? Das Erste Mal seit langen hätte ich Spaß mit einem Kunden haben können, ABER er war zu schnell fertig, wie zu 99,99%. Spaß hat man dabei bei anderen dingen, aber nicht im Bett. Wie redeten bis drei Uhr nachts, dann schliefen wir ein. Morgens fuhren wir zur Bank, ich bekam mein Geld, holte dann mein Ticket und fuhr heim. Für ihn sollte das Erlebnis einmalig sein, doch kaum war ich zu hause, hatte ich eine Nachricht im Postfach, er würde es gern wieder erleben, ich nahm es schweigend hin, antworte noch nicht darauf. Viel Geld werde ich nicht machen bei ihm, aber als regelmäßiger Kunde? Er tut mir leid, verliebt er sich in mich, so wird er danach sein gebrochenes Herz lecken müssen und ich bin ein weiteres Mal das böse Mädchen, raffgierig und herzlos. Ja, willkommen in meiner Welt hier unten. Hier unten haben wir unsere eigenen Probleme.
6.9.10 05:04
 


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Warnung

Dieser Blog erzählt das Leben von mir! Es hat sowohl positive, als auch negative Aspekte, ABER es ist zu 50% kein erstrebender Weg: Enthält Inhalt von Prostitution!

Me

Name: Nadja

Alter: 21 Jahre

Sternzeichen: Steinbock